Warum quaken Frösche?

Frösche quaken nicht, um die Nacht zu beschallen – sie führen damit ein Gespräch. Vor allem die Männchen nutzen ihre Rufe, um Weibchen anzulocken und gleichzeitig anderen Männchen zu zeigen: Dieses Revier ist bereits besetzt. Je nach Art klingt das ganz unterschiedlich: vom tiefen Brummen bis zum hellen Knattern. Was für uns wie ein chaotisches Konzert wirkt, ist für Frösche ein erstaunlich präzises Kommunikationssystem.
Damit ihre Rufe möglichst weit tragen, besitzen viele Arten aufblasbare Schallblasen an den Seiten oder unter dem Maul. Sie wirken wie eingebaute Lautsprecher: Beim Quaken werden sie mit Luft gefüllt und verstärken den Klang erheblich. An warmen Frühlings- und Sommerabenden, wenn sich viele Frösche an Gewässern versammeln, entsteht so der typische Froschchor. Jeder Rufer versucht dabei, von den Weibchen wahrgenommen zu werden – oft übertönt von dutzenden Konkurrenten.
Doch Frösche quaken nicht nur zur Partnersuche. Es gibt auch Warn‑, Revier- und sogar Abwehrrufe, wenn ein Tier erschreckt oder von einem Fressfeind gepackt wird. Die berühmten nächtlichen Konzerte sind also weit mehr als bloßer Lärm: Sie sind der Klang einer Fortpflanzungssaison, die jedes Jahr aufs Neue beginnt – und ein deutliches Zeichen dafür, dass ein Gewässer voller Leben steckt.



