Warum klingt das Martinshorn beim Vorbeifahren erst höher und dann tiefer?

Das liegt am Doppler-Effekt – einem akustischen Perspektivwechsel. Wenn sich ein Martinshorn auf dich zubewegt, werden die Schallwellen vor dem Fahrzeug zusammengedrückt. Sie treffen schneller auf dein Ohr, die Frequenz steigt, der Ton klingt höher. In dem Moment, in dem das Fahrzeug an dir vorbeifährt, kippt die Situation abrupt.
Jetzt entfernt sich die Schallquelle. Die Wellen werden gedehnt, kommen langsamer an, die Frequenz sinkt – der Ton klingt tiefer. Das Martinshorn selbst ändert dabei nichts. Es spielt konstant denselben Ton. Allein die Bewegung relativ zu dir verändert, wie oft die Wellen dein Ohr erreichen.
Dieser Effekt ist kein Spezialfall für Sirenen, sondern ein Grundprinzip der Physik. Er erklärt auch, warum ein Rennwagen vorbeirauscht, ein Zug „abfällt“ oder Sterne im All rot- oder blauverschoben erscheinen. Beim Martinshorn wird er nur besonders eindrucksvoll hörbar: ein kurzer akustischer Beweis dafür, dass Bewegung unsere Wahrnehmung von Realität verändert – obwohl die Quelle gleich bleibt.



