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Woher hat das Mar­tins­horn sei­nen Namen?

Das Mar­tins­horn hat sei­nen Namen nicht von der Tech­nik, son­dern von einem Hei­li­gen. Der hei­li­ge Mar­tin von Tours galt im Mit­tel­al­ter als Schutz­pa­tron der Rei­sen­den, Armen und Hilfs­be­dürf­ti­gen. Am Mar­tins­tag zogen Nacht­wäch­ter, Boten oder Rei­ter mit Hör­nern durch die Stra­ßen, um ihre Ankunft anzu­kün­di­gen und zugleich Schutz und Hil­fe zu signa­li­sie­ren. Die­ses Warn- und Ruf­si­gnal wur­de im Volks­mund zum „Mar­tins­horn“.

Mit der Zeit wan­der­te der Begriff von der reli­giö­sen und sozia­len Pra­xis in den All­tag. Hör­ner, die Auf­merk­sam­keit schaf­fen und Hil­fe ankün­di­gen soll­ten, hie­ßen wei­ter­hin Mar­tins­hör­ner – auch als der ursprüng­li­che Bezug zum Mar­tins­tag ver­blass­te. Als im 19. und frü­hen 20. Jahr­hun­dert moder­ne Ret­tungs- und Ein­satz­fahr­zeu­ge Sire­nen erhiel­ten, über­nahm man den ver­trau­ten Namen für das neue akus­ti­sche Warn­si­gnal.

So trägt das Mar­tins­horn bis heu­te eine his­to­ri­sche Bedeu­tungs­schicht in sich. Es ist nicht nur Lärm, son­dern ein kul­tu­rel­les Echo: Ein Ton, der seit Jahr­hun­der­ten sagt, dass jemand unter­wegs ist, der hilft – und dass ande­re Platz machen sol­len.