Warum wird Zucker nicht schlecht?

Zucker wird nicht schlecht, weil er Leben das Wasser entzieht. Mikroorganismen wie Bakterien oder Schimmel brauchen freie Feuchtigkeit, um sich zu vermehren. Reiner Zucker bindet Wasser extrem stark und schafft damit eine Umgebung, in der Keime regelrecht austrocknen. Sie können dort nicht wachsen, selbst wenn sie theoretisch vorhanden wären. Zucker wirkt also nicht antibakteriell im aktiven Sinn, sondern macht Überleben unmöglich.
Chemisch ist Zucker zudem erstaunlich stabil. Seine Moleküle verändern sich bei normaler Lagerung kaum, sie reagieren nicht mit Sauerstoff und zerfallen nicht von selbst. Solange er trocken bleibt, gibt es keinen inneren Prozess, der ihn altern lässt. Deshalb kann Zucker jahrzehntelang gelagert werden, ohne zu verderben – er bleibt derselbe Stoff.
Interessant ist: Sobald Zucker Wasser zieht, ändert sich alles. In Sirup, Marmelade oder feuchtem Zucker können Mikroorganismen wieder aktiv werden, wenn die Zuckerkonzentration nicht hoch genug ist. Zucker ist also kein Zaubermittel gegen Verderb, sondern ein Extremfall von Trockenheit. Er zeigt, dass „schlecht werden“ kein Schicksal ist, sondern eine Frage der Lebensbedingungen.



