Wie funktioniert eine Mikrowelle?

Eine Mikrowelle erhitzt Essen nicht von außen, sondern bringt es von innen in Bewegung. Im Inneren des Geräts erzeugt ein sogenanntes Magnetron elektromagnetische Wellen mit sehr hoher Frequenz. Diese Mikrowellen treffen auf Wassermoleküle im Essen – und genau die sind der Schlüssel. Wassermoleküle sind elektrisch „unsymmetrisch“ und beginnen im Wechselfeld der Mikrowellen hektisch hin- und herzuschwingen. Diese Bewegung erzeugt Reibung, und Reibung wird zu Wärme.
Deshalb werden wasserreiche Speisen besonders schnell heiß, während trockene oder sehr fetthaltige Bereiche langsamer reagieren. Die Mikrowelle erwärmt also nicht die Luft und auch nicht das Geschirr direkt, sondern fast ausschließlich das, was bewegliche Wassermoleküle enthält. Dass Speisen manchmal ungleichmäßig warm sind, liegt daran, dass die Wellen sich im Garraum überlagern. Der Drehteller sorgt dafür, dass verschiedene Zonen des Essens abwechselnd in besonders intensiven Bereichen landen.
Wichtig ist: Mikrowellen machen Nahrung nicht „radioaktiv“ und verändern sie nicht grundsätzlich anders als Hitze aus Pfanne oder Ofen. Sie liefern lediglich Energie in einer anderen Form. Die Mikrowelle ist damit kein geheimnisvolles Strahlenmonster, sondern ein sehr gezielter Energielieferant – sie bringt Moleküle zum Tanzen, bis das Essen warm ist.



