Wie entstehen Höhlen?

Viele Höhlen sind keine leeren Räume, die schon immer existierten – sie wurden über unvorstellbar lange Zeit von Wasser erschaffen. Besonders in Regionen mit Kalkstein sickert Regenwasser durch feine Risse im Gestein. Dabei nimmt es Kohlendioxid aus der Luft und dem Boden auf und wird leicht sauer. Diese schwache Kohlensäure löst den Kalk millimeterweise auf. Aus winzigen Spalten werden Gänge, aus Gängen riesige Höhlensysteme, die sich über Millionen von Jahren immer weiter verzweigen.
Nicht alle Höhlen entstehen jedoch auf dieselbe Weise. Manche werden von unterirdischen Flüssen ausgewaschen, andere von der Brandung an Steilküsten geformt. Wieder andere verdanken ihre Entstehung glühend heißer Lava: Fließt die Oberfläche eines Lavastroms bereits fest, während darunter noch flüssige Lava weiterströmt, bleibt nach ihrem Abfluss ein langer, röhrenförmiger Hohlraum zurück – eine sogenannte Lavaröhre.
Besonders faszinierend sind die Tropfsteinhöhlen. Dort tropft kalkhaltiges Wasser von der Decke und hinterlässt bei jeder Verdunstung winzige Kalkablagerungen. So wachsen über Jahrtausende Stalaktiten von der Decke nach unten und Stalagmiten vom Boden nach oben – oft nur wenige Zentimeter in hundert Jahren. Was Besucher heute bestaunen, ist deshalb das Ergebnis eines geologischen Prozesses, der so langsam verläuft, dass er für uns Menschen kaum wahrnehmbar ist.


