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War­um las­sen Hun­de die Zun­ge her­aus­hän­gen?

Hun­de las­sen die Zun­ge her­aus­hän­gen, weil sie kaum schwit­zen kön­nen. Wäh­rend wir Men­schen unse­re Kör­per­tem­pe­ra­tur über Schweiß regu­lie­ren, besit­zen Hun­de Schweiß­drü­sen fast nur an den Pfo­ten. Um über­schüs­si­ge Wär­me los­zu­wer­den, nut­zen sie des­halb einen ande­ren Weg: das Hecheln. Mit offe­nem Maul und her­aus­ge­streck­ter Zun­ge ver­grö­ßern sie die feuch­te Ober­flä­che, über die Wär­me ver­duns­ten kann.

Die Zun­ge spielt dabei eine Schlüs­sel­rol­le. Sie ist stark durch­blu­tet, warm und stän­dig befeuch­tet. Beim Hecheln strömt Luft dar­über, Was­ser ver­duns­tet, das Blut in der Zun­ge kühlt ab und trans­por­tiert die Abküh­lung zurück in den Kör­per. Gleich­zei­tig beschleu­nigt sich die Atmung, ohne dass Sau­er­stoff­man­gel ent­steht. Was für uns nach Erschöp­fung aus­sieht, ist für den Hund ein fein abge­stimm­tes Kühl­sys­tem.

Neben der Küh­lung hat das Zun­ge-raus­hän­gen-Las­sen auch eine emo­tio­na­le Kom­po­nen­te. Ent­spann­te, zufrie­de­ne oder auf­ge­reg­te Hun­de zei­gen es eben­falls, weil der Kör­per im Erre­gungs­zu­stand auto­ma­tisch auf „Tem­pe­ra­tur aus­glei­chen“ schal­tet. Die her­aus­hän­gen­de Zun­ge ist also kein Zei­chen von Schwä­che, son­dern von Anpas­sung: So sieht Ther­mo­re­gu­la­ti­on aus, wenn man mit Fell lebt und trotz­dem leis­tungs­fä­hig blei­ben will.