Skip to content

War­um knurrt der Magen, wenn man Hun­ger hat?

Das Magen­knur­ren ist kein Schrei nach Essen, son­dern ein Geräusch von Bewe­gung. Wenn der Magen leer ist, schal­tet der Ver­dau­ungs­trakt in den soge­nann­ten migra­ting motor com­plex. Dabei zie­hen sich Magen- und Darm­mus­keln wel­len­ar­tig zusam­men, um Res­te, Luft und Flüs­sig­keit wei­ter­zu­schie­ben. Trifft die­se Bewe­gung auf einen lee­ren Reso­nanz­raum, wird sie hör­bar – wie Wind in einem Tun­nel.

Hun­ger ver­stärkt die­sen Effekt, weil Hor­mo­ne wie Ghre­lin die Akti­vi­tät der Magen­mus­ku­la­tur ankur­beln. Der Kör­per sagt damit nicht: Ich ver­hun­ge­re, son­dern: Hier ist Platz, der Betrieb kann wie­der anlau­fen. Dass das Geräusch oft plötz­lich und pein­lich laut wird, liegt schlicht dar­an, dass Luft und Flüs­sig­keit in Bewe­gung gera­ten – Akus­tik statt Dra­ma.

Inter­es­sant ist: Der Magen knurrt auch ohne Hun­ger, etwa bei Ner­vo­si­tät oder Stress. Dann reagiert das vege­ta­ti­ve Ner­ven­sys­tem und bringt den Ver­dau­ungs­trakt durch­ein­an­der. Das Knur­ren ist also weni­ger ein Signal von Man­gel als ein Zei­chen von Akti­vi­tät. Der Kör­per arbei­tet – manch­mal ein­fach hör­bar ehr­li­cher, als uns lieb ist.