Montag, 25. Mńrz 2019

Warum k├Ânnen wir uns an Manches so gut erinnern, an anderes nicht?

human-20424Die meisten von uns k├Ânnen sich sehr gut an einschneidende Ereignisse erinnern: Den ersten Kuss, einen schlimmen Autounfall, denn 11. September 2001… Noch Jahrzehnte sp├Ąter sind uns noch so kleine Details dieser Ereignisse klar vor Augen, w├Ąhrend wir uns andererseits noch nicht einmal an den Namen eines Gespr├Ąchspartners von vor zwei Tagen erinnern k├Ânnen. Warum macht unser Ged├Ąchtnis solch gro├če Unterschiede? Wie lange k├Ânnen wir uns generell zur├╝ckerinnern?

Grunds├Ątzlich beginnt unser Bewu├čtsein und damit unsere Erinnerung nach dem dritten Lebensjahr. Kaum jemand kann sich an Geschehnisse davor erinnern. Warum dem so ist, das kann die Wissenschaft bis heute nur vermuten. Sicher hingegen ist: Danach speichern wir Informationen in unserem Gehirn immer in einem gewissen Kontext ab. Anders ausgedr├╝ckt: Informationen, die eng verbunden mit bestimmten Orten oder Bildern sind, graben sich tiefer ins Ged├Ąchtnis als andere, eher abstrakte. Diese nat├╝rliche Selektion f├╝hrt dazu, dass wir nach schon vier Tagen Dreiviertel der zun├Ąchst gemerkten Informationen wieder verwerfern, also vergessen.

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Wieso bekommt man nach exzessivem Alkoholgenuss einen Kater?

stress-111426_1280Die als Kater oder Katzenjammer bekannten Folgen von ausuferndem Alkoholgenuss am Vortag nennt die Medizin Alkoholintoxikation. Die allseits bekannten Symptome wie Kopfschmerzen, ein flaues Gef├╝hl im Magen und allgemeinem Unwohlsein r├╝hren jedoch nicht etwa von der Giftwirkung des Alkohols, sondern von dessen Eigenschaft her, dem K├Ârper in gro├čen Mengen Fl├╝ssigkeit zu entziehen. Diese Dehydratation f├╝hrt zum schnellen Entzug von Stoffen aus dem Blut. Au├čerdem wirkt sich die Denaturierung und Stimulierung k├Ârpereigener Eiwei├če durch Acetaldehyd aus, einem Zwischenprodukt beim Abbau des Ethanols.

Die ber├╝hmten Katerkopfschmerzen entstehen ├╝brigens nicht im Gehirn. Dieses ist n├Ąmlich vollkommen schmerzunempfindlich. Der Entzug von Wasser f├╝hrt vielmehr zu einer zeitweisen Schrumpfung des Gehirns. Dieses zerrt in der Folge an der umgebenden Hirnhaut, die somit den bekannten Schmerz erzeugt.

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T├Âtet Alkohol Gehirnzellen ab?

the-customary-62252_1280Die Behauptung, jeder Alkoholrausch t├Âte unmittelbar Gehirnzellen ab, h├Ąlt sich hartn├Ąckig schon seit dem fr├╝hen 19. Jahrhundert. Richtig ist sie deshalb jedoch noch lange nicht. Ungez├╝gelten Alkoholgenuss deshalb aber als „gesund“ zu bezeichnen w├Ąre ebenso falsch wie fatal. Alkohol, genauer gesagt Ethanol, wirkt im menschlichen Organismus toxisch, ist also ein Nervengift. Ein Forscherteam des Heidelberger Universit├Ątsklinikums hat nachgewiesen, dass eine vergleichsweise moderate Menge Alkohol von drei Gl├Ąsern Bier oder zwei Gl├Ąsern Wein schon innerhalb von sechs Minuten in den Gehirnzellen Ver├Ąnderungen herbeif├╝hrt. Unser Gehirn schaltet dann sozusagen in einen anderen Modus und statt Glukose nutzt es ein Abbauprodukt des Alkohols zur Energiegewinnung. Auch eine sch├Ądliche Wirkung zeigt sich rasch: Mit steigendem Alkoholpegel sinkt die Konzentration von zellsch├╝tzenden Stoffen wie Kreatin und Aspartat. Insofern sch├Ądigt der Alkohol nicht selbst aktiv die Gehirnzellen, sondern nimmt ihnen den Schutz vor ├Ąu├čeren Einfl├╝ssen. Diese Wirkung ist zwar reversibel, sodass bereits am Folgetag die aufgetretene Schw├Ąchung der Zellen verschwunden ist, man geht aber davon aus, dass wiederkehrender Alkoholgenuss diese Regeneration mehr und mehr abschw├Ącht und zu den von Alkoholikern bekannten k├Ârperlichen Dauersch├Ąden f├╝hrt.

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Warum wird man betrunken, wenn man Alkohol trinkt?

stockbroker080604705Alkohol ist ein Zellgift, das hei├čt, nach jedem Alkoholgenu├č muss der K├Ârper den aufgenommenen Alkohol abbauen, um den Schaden zu begrenzen. Ein halber Liter Bier (4%) enth├Ąlt etwa 20 Gramm reinen Alkohol (Ethanol). Schon in Mund und Speiser├Âhre werden geringe Mengen davon aufgenommen, im Magen noch einmal ca. 2 Gramm und der Rest gelangt ├╝ber den D├╝nndarm ins Blut. Wie gut Alkohol aufgenommen wird, h├Ąngt haupts├Ąchlich von der Nahrungszusammensetzung und -menge sowie vom Geschlecht ab. Beim „sozialen Trinken“, also einem Glas Wein zum Essen, erreicht der Alkohol beispielsweise erst gar nicht den D├╝nndarm, sondern wird bereits im Magen durch die dort vorhandene Alkoholdehydrogenase abgebaut. Werden aber gr├Â├čere Mengen Alkohol auf n├╝chternen Magen getrunken, gelangen diese recht schnell in den D├╝nndarm, dessen gro├če Resorptionsfl├Ąche dann f├╝r eine vollst├Ąndige Aufnahme sorgt. Dies erkl├Ąrt auch den Umstand, warum man auf n├╝chternen Magen schneller betrunken wird.

Was bewirkt er nun aber wenn er sich in unserem K├Ârper befindet? Alkohol eignet sich auch als Haushaltsreiniger, weil er gut Fett l├Âst. Und genau diese fettl├Âsende Kraft l├╝ftet das Geheimnis des Alkohol-Rauschs. Tatort ist das Gehirn: Haarfeine Blutgef├Ą├če verteilen die Alkoholmolek├╝le ├╝ber das gesamte Gewebe. Treffen Alkoholmolek├╝le auf einzelne Nervenzellen, setzen sie sich begierig auf ihre Fetth├╝lle. Der Alkohol entfaltet seine Fettl├Âsekraft und verursacht eine biochemische Kettenreaktion. Die angegriffenen Zellen sch├╝tten den euphorisierenden Botenstoff Dopamin aus.

Benachbarte Zellen im Belohnungszentrum des Gehirns nehmen das Dopamin ├╝ber spezielle Rezeptoren auf. Das ist der Startschuss f├╝r ein Feuerwerk an Gl├╝cksgef├╝hlen: Weitere Botenstoffe werden ausgesch├╝ttet – f├╝r das zentrale Nervensystem ein rauschhafter Zustand. Um diesen Kick zu wiederholen, trinken wir weiter. Zwei Gl├Ąschen sp├Ąter schl├Ągt der positive Effekt ins Gegenteil um, aller Zauber ist verflogen, die Wirklichkeit nur noch ein Zerrspiegel. Und das passiert im Gehirn: Die Nervenzellen fahren ihre Andockstellen f├╝r das Dopamin ein und der „Gl├╝cksstoff“ prallt von den Zellw├Ąnden ab. Nun ist endg├╝ltig Schluss mit lustig. Man wird hundem├╝de, kann seine Bewegungen nicht mehr kontrollieren und will nur noch eins: nach Hause und den Rausch ausschlafen.

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