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Dre­hen sich Son­nen­blu­men wirk­lich zur Son­ne?

Son­nen­blu­men gel­ten als Sinn­bild der Hin­ga­be – immer der Son­ne zuge­wandt. Und tat­säch­lich: Jun­ge Son­nen­blu­men dre­hen ihre Blü­ten im Tages­ver­lauf von Ost nach West und nachts wie­der zurück. Die­ses Phä­no­men heißt Helio­tro­pis­mus. Ver­ant­wort­lich ist kein „Wol­len“, son­dern unglei­ches Wachs­tum im Stän­gel: Auf der Schat­ten­sei­te wach­sen die Zel­len etwas stär­ker, wodurch sich der Kopf aktiv zur Son­ne neigt. Gesteu­ert wird das durch inne­re Pflan­zen­hor­mo­ne und eine Art cir­ca­dia­ne Uhr, die auch ohne direk­tes Licht noch eine Wei­le im Rhyth­mus wei­ter­läuft.

Doch das gilt vor allem für jun­ge, noch wach­sen­de Pflan­zen. Sobald die Son­nen­blu­me aus­ge­wach­sen ist und ihre schwe­re Blü­te voll aus­ge­bil­det hat, endet die täg­li­che Wan­de­rung. Rei­fe Blü­ten blei­ben dau­er­haft nach Osten aus­ge­rich­tet. Das hat einen Vor­teil: Mor­gens wer­den sie schnel­ler von der Son­ne erwärmt – und wär­me­re Blü­ten zie­hen mehr Bestäu­ber an. Die schein­ba­re Roman­tik ent­puppt sich als klu­ge Ener­gie­stra­te­gie.

Die Son­nen­blu­me folgt der Son­ne also nur in ihrer Jugend. Spä­ter ent­schei­det sie sich – ein für alle Mal – für den Mor­gen.