Wie entstehen Kondensstreifen?

Kondensstreifen entstehen dort, wo Technik auf kalte Physik trifft. In großer Flughöhe stoßen Flugzeugtriebwerke heiße Abgase aus, die vor allem Wasserdampf enthalten. Die Umgebungsluft ist dort oben extrem kalt. Trifft der warme, feuchte Abgasstrahl auf diese Kälte, kondensiert der Wasserdampf schlagartig – er wird zu winzigen Wassertröpfchen oder direkt zu Eiskristallen. Sichtbar wird eine weiße Spur am Himmel.
Ob ein Kondensstreifen schnell verschwindet oder lange stehen bleibt, hängt von der Luftfeuchtigkeit ab. Ist die Luft trocken, verdunsten die Eiskristalle rasch – der Streifen löst sich auf. Ist sie feucht, wachsen die Kristalle weiter und der Kondensstreifen kann sich ausbreiten, verwehen und wie eine dünne Wolke wirken. Er ist dann kein Zeichen von Aktivität, sondern von stabiler Höhenluft.
Physikalisch ist der Kondensstreifen nichts anderes als eine künstlich erzeugte Wolke. Kein Geheimnis, keine Zusatzstoffe, kein „Sprühvorgang“, sondern das gleiche Prinzip wie Atemdampf an einem kalten Wintermorgen. Der Himmel zeigt damit sehr ehrlich, wie kalt, feucht und ruhig es dort oben gerade ist – sichtbar gemacht durch ein vorbeiziehendes Flugzeug.



