Warum laufen Uhren immer im Uhrzeigersinn?

Der „Uhrzeigersinn“ ist kein Zufall, sondern historisch geprägt: Mechanische Uhren wurden im Mittelalter in Europa entwickelt, und die Richtung, in der sich ihre Zeiger drehen, orientiert sich an der Bewegung des Schattens auf Sonnenuhren. Auf der Nordhalbkugel, wo diese Uhren erfunden wurden, wandert der Schatten einer Sonnenuhr im Laufe des Tages von links nach rechts, also „im Uhrzeigersinn“, wenn man auf die Sonnenuhr blickt. Die Uhrmacher übernahmen diese gewohnte Bewegungsrichtung, um die neuen mechanischen Zeitmesser vertraut zu machen.
Hätten sich mechanische Uhren dagegen in erster Linie auf der Südhalbkugel entwickelt, wäre der „Uhrzeigersinn“ vermutlich umgekehrt, denn dort dreht sich der Schatten einer Sonnenuhr andersherum. Der heutige Uhrzeigersinn ist also eher eine kulturelle Konvention als eine zwingende Notwendigkeit.
Spannend ist, dass sich diese Konvention tief in unser Denken eingeschrieben hat: Viele Menschen empfinden Bewegungen „mit dem Uhrzeiger“ als natürlich und harmonisch, während Bewegungen entgegen der Richtung oft als ungewöhnlich oder störend wahrgenommen werden.