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War­um kön­nen man­che Men­schen mit den Ohren wackeln?

Ohren­wa­ckeln ist ein Relikt aus einer beweg­li­che­ren Ver­gan­gen­heit. Der Mensch besitzt noch immer klei­ne Ohr­mus­keln, mit denen sich die Ohr­mu­schel mini­mal bewe­gen lässt. Bei den meis­ten Men­schen sind die­se Mus­keln funk­tio­nal kaum noch ange­bun­den – das Gehirn nutzt sie schlicht nicht mehr. Bei man­chen jedoch blei­ben die neu­ro­na­len Ver­bin­dun­gen aktiv oder las­sen sich bewusst ansteu­ern. Sie kön­nen ihre Ohren bewe­gen, weil ihr Ner­ven­sys­tem den alten Schalt­kreis nicht still­ge­legt hat.

Bei Tie­ren ist das anders. Kat­zen oder Hun­de rich­ten ihre Ohren gezielt auf Geräu­sche aus, um Gefah­ren oder Beu­te zu orten. Auch beim Men­schen war die­se Fähig­keit einst sinn­voll. Mit der Ent­wick­lung von Kopf­be­weg­lich­keit, Sehen und Spra­che ver­lor sie an Bedeu­tung. Was blieb, sind die Mus­keln – und bei eini­gen Men­schen die Fähig­keit, sie noch zu kon­trol­lie­ren.

Ohren­wa­ckeln ist daher kein Talent im klas­si­schen Sinn, son­dern eine erhal­te­ne Opti­on. Man­che ler­nen es bewusst, ande­re kön­nen es spon­tan. Es sagt nichts über Intel­li­genz oder Wahr­neh­mung aus, son­dern zeigt, wie unter­schied­lich Kör­per ihr evo­lu­tio­nä­res Erbe ver­wal­ten. Manch­mal bewahrt der Kör­per ein altes Werk­zeug – auch wenn es heu­te nur noch zum Stau­nen dient.