Skip to content

Woher kommt der Mus­kel­ka­ter?

Mus­kel­ka­ter ist kein Zei­chen von „Über­säue­rung“, son­dern von fei­nen Ver­let­zun­gen. Wenn Mus­keln unge­wohn­te oder beson­ders exzen­tri­sche Arbeit leis­ten – also brem­send unter Last arbei­ten, etwa berg­ab gehen oder lang­sam ablas­sen – ent­ste­hen mikro­sko­pisch klei­ne Ris­se in den Mus­kel­fa­sern und im umge­ben­den Bin­de­ge­we­be. Die­se Mini-Schä­den sind harm­los, aber sie set­zen einen Repa­ra­tur­pro­zess in Gang.

Die eigent­li­chen Schmer­zen kom­men zeit­ver­zö­gert, weil das Immun­sys­tem aktiv wird. Ent­zün­dungs­stof­fe strö­men in das betrof­fe­ne Gewe­be, Was­ser lagert sich ein, Ner­ven­endi­gun­gen wer­den emp­find­li­cher. Erst nach 12 bis 48 Stun­den mel­det der Kör­per dann deut­lich: Hier wur­de gear­bei­tet. Mus­kel­ka­ter ist also weni­ger ein unmit­tel­ba­rer Trai­nings­schmerz als viel­mehr die akus­ti­sche Begleit­mu­sik der Rege­ne­ra­ti­on.

Und genau dar­in liegt sein Sinn. Beim Wie­der­auf­bau wer­den die Mus­kel­fa­sern sta­bi­ler und wider­stands­fä­hi­ger als zuvor – Anpas­sung durch Belas­tung. Mus­kel­ka­ter ist kein Beweis für ein „gutes“ Trai­ning, aber ein Hin­weis auf einen Reiz, den der Kör­per ernst nimmt. Er ist die spür­ba­re Schnitt­stel­le zwi­schen Über­for­de­rung und Wachs­tum – unan­ge­nehm, aber bio­lo­gisch sinn­voll.