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Wie kommt es zum Schluck­auf?

Schluck­auf ent­steht durch einen Fehl­start im Zusam­men­spiel von Atmung und Ner­ven­steue­rung. Das Zwerch­fell, unser wich­tigs­ter Atem­mus­kel, zieht sich plötz­lich ruck­ar­tig zusam­men. Gleich­zei­tig schließt sich reflex­haft die Stimm­rit­ze – es ent­steht das typi­sche „Hicks“. Aus­ge­löst wird das durch eine Rei­zung des Ner­ven­ge­flechts, das Zwerch­fell und Kehl­kopf ver­bin­det, meist ohne ech­ten „Plan“ des Kör­pers.

Die­se Rei­zung kann vie­le harm­lo­se Ursa­chen haben: has­ti­ges Essen, kal­te oder koh­len­säu­re­hal­ti­ge Geträn­ke, Alko­hol, plötz­li­che Tem­pe­ra­tur­wech­sel oder emo­tio­na­ler Stress. Der Kör­per wech­selt kurz den Modus, und das Atem­sys­tem gerät aus dem Takt. Schluck­auf ist also kein geziel­tes Signal, son­dern eine Art ner­vö­ser Stol­pe­rer im Auto­ma­tis­mus der Atmung.

War­um er oft so hart­nä­ckig ist, liegt dar­an, dass Refle­xe sich selbst ver­stär­ken kön­nen. Jeder „Hicks“ reizt das Sys­tem ein wenig wei­ter. Vie­le Haus­mit­tel – Luft anhal­ten, lang­sam trin­ken, sich erschre­cken – wir­ken des­halb, weil sie den Atem­rhyth­mus bewusst neu ord­nen und dem Ner­ven­sys­tem einen kla­ren Takt vor­ge­ben. Schluck­auf ist damit weni­ger ein Pro­blem als ein kur­zes Cha­os, das Ord­nung sucht.