Freitag, 20. Oktober 2017

Warum können Säuglinge gleichzeitig atmen und schlucken?

baby-105063_1280Die Antwort auf diese Fragen liegt in der Evolution des Menschen und in seiner Fähigkeit zum Sprechen begründet. Ein Blick auf unsere nahen Verwandten führt uns dies nahe: Das Gaumensegel beim Affen überlappt mit dem Kehldeckel und kann so einen sicheren Verschluss der Luftröhre gegen Flüssigkeit und Speise bilden. Damit der Mensch viele verschiedene Laute artikulieren und somit sprechen kann, hat sich sein Rachenraum im laufe der Zeit sehr vergrößert. Der Deckel der dadurch beträchtlich abgesunkenen Kehle erlaubt den Verschluss wie bei den Affen nicht mehr. Dies ist mit einer Reihe von Risiken für die Sicherheit des Atmeweges verbunden, die aber offensichtlich evolutionär für die Entwicklung der Produktion von Vokalen in Kauf genommen wurde.

Die Atemwege Neugeborener werden nach der Geburt noch nach dem Verschlussprinzip der Säugetiere geschützt. Deshalb können sie noch gleichzeitig atmen und schlucken. Erst etwa drei Monate nach der Geburt beginnt sich bei ihnen der Kehlkopf abzusenken. Dann gewinnt auch ihre Lautproduktion deutlichere Anklänge an Sprache.

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Warum haben Babys blaue Augen?

baby-179749_1280Alle Babys haben blauschimmernde Augen. Allerdings haben nicht alle Säuglinge wirklich blaue Augen. Bei vielen sind die Augen nur so hell, dass sie wie hellblau anmuten. Die tatsächliche Augenfarbe entwickelt sich im Lauf des ersten Lebensjahres. Die Hellblau-Äugigkeit von Säuglingen erklärt sich so: die Iris besteht, wie bei Erwachsenen auch, aus zwei Schichten. Einer watteartig strukturierten Oberfläche, dem sogenannten Stroma, und einer dahinter liegenden Pigmentschicht, dem sogenannten Pigmentepithel. Dieses letztere enthält beim Neugeborenen, anders als beim Erwachsenen, erst sehr wenig Pigment. Das führt dazu, dass das Licht, das durch die Iris ins Auge fällt, von ihm kaum absorbiert wird. Das wieder aus dem Auge heraustretende Licht erscheint bläulich, da nur die langwelligen Lichtanteile resorbiert, die kurzwelligen hingegen reflektiert werden. Aufgrund der spärlichen Pigmentierung sind die Säuglinge auch extrem lichtempfindlich, vertragen kein pralles Sonnenlicht.

Die Annahme, dass die Augenfarbe genetisch festgelegt und dominant vererbt wird, ist richtig. Bei der Vererbung kann aber auch eine Generation übersprungen werden. Hat ein Kind blauäugiger Eltern dunkeläugige Grosseltern, wird es wahrscheinlich auch braune oder dunkle Augen bekommen. Die hellen Augen Ihrer Schwiegermutter sind jedoch sicher keine Mitgift an die Kleine. Augen werden im Lauf des Lebens immer heller, sind also bei einer alten Dame nicht anlagebedingt. Durch die Bewegung der Pupille werden mit den Jahren Pigmente aus der Iris „ausgeschwemmt“. Ein Augenarzt erklärt das so: „Stellen Sie sich vor, Sie würden den ganzen Tag jemandem die Hand schütteln und hätten Sand in der Hand. Am Abend wäre der Sand abgescheuert – so ist das mit den Pigmenten auch.“

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