Montag, 18. Dezember 2017

Warum läuft bei Kälte die Nase?

867663_original_clipdealer.deDie Nase sorgt nicht einfach nur für die notwendige Zufuhr von Atemluft, sie hat zudem die immens wichtige Aufgabe, die eingesogene Luft zu filtern und aufzubereiten. Zum Schutz der unteren Atemwege ist es notwendig, dass die Luft auf etwa 30 Grad erwärmt und befeuchtet wird. Dadurch werden die nachfolgenden Schleimheute bis hinunter in die tiefe Lunge „geschmiert“ und damit gepflegt. Das ist deshalb so wichtig, weil eine gesunde Schleimhaut die allermeisten Viren und Bakterien abfangen kann, bevor diese sich vermehren und zu einem Infekt führen.

Kalte Luft kann deutlich weniger Feuchtigkeit aufnehmen als wärmere. Gehen wir im Winter also hinaus in die Kälte wird unsere empfindliche Nase nicht nur mit einem drastischen Temperaturunterschied, sondern auch mit extremer Trockenheit konfrontiert. Die eingesogene, kalte Luft wird schlagartig erwärmt und die Aufnahmefähigkeit von Feuchtigkeit steigt rasch. In kürzester Zeit verdunstet somit das Wasser der Nasenschleimhaut in der plötzlich stark erwärmten Luft. Um die im Verhältnis zur Körperwärme extrem kalte Außenluft schneller anzuwärmen, werden in kürzester Zeit die Nasenmuscheln in der Nasenhöhle mit warmem Blut versorgt und schwellen an. Gleichzeitig produziert die Nasenschleimhaut deutlich mehr Sekret, um dem damit verbundenen Trocknungseffekt entgegen zu wirken. Es hat also sein Gutes, wenn im Winter die Nase tropft.

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Warum können Säuglinge gleichzeitig atmen und schlucken?

baby-105063_1280Die Antwort auf diese Fragen liegt in der Evolution des Menschen und in seiner Fähigkeit zum Sprechen begründet. Ein Blick auf unsere nahen Verwandten führt uns dies nahe: Das Gaumensegel beim Affen überlappt mit dem Kehldeckel und kann so einen sicheren Verschluss der Luftröhre gegen Flüssigkeit und Speise bilden. Damit der Mensch viele verschiedene Laute artikulieren und somit sprechen kann, hat sich sein Rachenraum im laufe der Zeit sehr vergrößert. Der Deckel der dadurch beträchtlich abgesunkenen Kehle erlaubt den Verschluss wie bei den Affen nicht mehr. Dies ist mit einer Reihe von Risiken für die Sicherheit des Atmeweges verbunden, die aber offensichtlich evolutionär für die Entwicklung der Produktion von Vokalen in Kauf genommen wurde.

Die Atemwege Neugeborener werden nach der Geburt noch nach dem Verschlussprinzip der Säugetiere geschützt. Deshalb können sie noch gleichzeitig atmen und schlucken. Erst etwa drei Monate nach der Geburt beginnt sich bei ihnen der Kehlkopf abzusenken. Dann gewinnt auch ihre Lautproduktion deutlichere Anklänge an Sprache.

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