Warum schlüpfen aus Supermarkteiern keine Küken?

Wer ein Ei aus dem Supermarkt in der Hand hält, könnte sich fragen: Warum wird daraus eigentlich nie ein Küken? Schließlich sehen die Eier denen auf einem Bauernhof zum Verwechseln ähnlich. Die Antwort liegt jedoch nicht in der Schale, sondern bereits lange davor – nämlich bei der Frage, ob das Ei überhaupt befruchtet wurde.
Die allermeisten Supermarkteier stammen von Legehennen, die keinen Kontakt zu einem Hahn haben. Hennen legen nämlich auch ohne Befruchtung regelmäßig Eier. Diese Eier enthalten zwar alle Nährstoffe, die ein Embryo benötigen würde, doch ohne Befruchtung entsteht gar kein Küken. Selbst wenn ausnahmsweise einmal ein befruchtetes Ei darunter wäre, hätte es dennoch kaum eine Chance: Für die Entwicklung braucht es rund 21 Tage lang eine konstante Bruttemperatur von etwa 37,5 Grad, die richtige Luftfeuchtigkeit und regelmäßiges Wenden – Bedingungen, die während Transport und Lagerung im Supermarkt nicht gegeben sind.
Das Ei im Eierkarton ist also kein „abgebrochenes Küken“, sondern in den allermeisten Fällen ein unbefruchtetes Ei, aus dem sich nie ein Embryo entwickeln konnte. Erst das Zusammenspiel aus Befruchtung und sorgfältiger Brut macht aus einem unscheinbaren Ei schließlich neues Leben.



