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Woher hat die Besche­rung an Weih­nach­ten ihren Namen?

Die „Besche­rung“ hat ihren Namen nicht vom Geschenk, son­dern vom Segen. Das Wort geht auf das mit­tel­hoch­deut­sche „besche­ren“ zurück, das „zutei­len“, „zukom­men las­sen“ oder „gnä­dig gewäh­ren“ bedeu­te­te. Wer etwas „beschert“ bekam, erhielt nicht ein­fach einen Gegen­stand, son­dern eine Gabe – etwas, das ihm zufiel, fast wie durch güns­ti­ges Schick­sal oder gött­li­che Fügung.

Ursprüng­lich hat­te die Besche­rung des­halb weni­ger mit Aus­pa­cken zu tun als mit Zuspruch und Wohl­wol­len. Der Haus­va­ter oder die Haus­mut­ter sprach Segens­wün­sche, ver­teil­te klei­ne Gaben oder Geld­stü­cke und mar­kier­te damit einen Moment des Wohl­wol­lens inner­halb der Gemein­schaft. Erst spä­ter rück­ten mate­ri­el­le Geschen­ke stär­ker in den Mit­tel­punkt, wäh­rend der Name blieb.

Bis heu­te trägt das Wort die­se älte­re Bedeu­tung in sich. Besche­rung meint nicht Kauf oder Besitz, son­dern Zuwen­dung. Es ist der Augen­blick, in dem jemand sagt: Du bist bedacht wor­den. Weih­nach­ten bewahrt mit die­sem Begriff eine Hal­tung, die älter ist als Geschenk­pa­pier – die Idee, dass Gutes nicht nur ver­dient, son­dern auch geschenkt wird.