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Wie fin­den sich Wild­tie­re im Wald zurecht?

Wild­tie­re fin­den sich im Wald vor allem dank eines fei­nen Zusam­men­spiels aus Instinkt, Erfah­rung und hoch ent­wi­ckel­ten Sin­nen zurecht. Vie­le Arten nut­zen fes­te Rou­ten, soge­nann­te Wild­wech­sel: Das sind aus­ge­tre­te­ne Pfa­de, die über Gene­ra­tio­nen ent­ste­hen, weil Tie­re bevor­zugt die sichers­ten, kür­zes­ten oder bequems­ten Wege zwi­schen Schlaf­plät­zen, Äsungs­flä­chen und Was­ser­stel­len wäh­len. Die­se Pfa­de sind oft so opti­mal, dass auch ver­schie­de­ne Arten sie gemein­sam nut­zen. Wild­wech­sel fol­gen natür­li­chen Struk­tu­ren wie Gelän­de­kan­ten, Bach­läu­fen oder Deckungs­strei­fen, die Schutz bie­ten und Ori­en­tie­rung erleich­tern.

Außer­dem weißt mann, dass Wild­tie­re mensch­li­che Wege mei­den. Vie­le Arten, vor allem scheue wie Rehe oder Wild­schwei­ne, neh­men den Geruch des Men­schen über wei­te Distan­zen wahr und emp­fin­den ihn als Bedro­hung. Ent­spre­chend mei­den sie fri­sche mensch­li­che Spu­ren, Stra­ßen, Forst­we­ge und Sied­lungs­nä­he, wenn es ihnen mög­lich ist, und ver­la­gern ihre Akti­vi­tät in die Däm­me­rung oder Nacht (soge­nann­te Ver­mei­dungs­stra­te­gie). Je nach Stö­rungs­druck kön­nen sie aber durch­aus ler­nen, auch mensch­li­che Wege zu kreu­zen, wenn der Nut­zen – z. B. schnel­ler vor­an­zu­kom­men – das Risi­ko über­wiegt.

Zusam­men­ge­fasst navi­gie­ren Wild­tie­re also über instink­ti­ve Rou­ten, gute Sin­ne und ihre Fähig­keit, mensch­li­che Prä­senz zu erken­nen und aus­zu­wei­chen. Wild­wech­sel sind dafür ein zen­tra­les Ele­ment, wäh­rend mensch­li­che Wege eher gemie­den wer­den, solan­ge kei­ne Not besteht oder die Stö­rung gering ist.